Der Beruf des Korrektors ist heute beinahe ausgestorben, vor allem im Zeitungsbereich; seine Aufgaben werden einerseits von Rechtschreibprogrammen auf dem Computer und andererseits von Lektoren übernommen.
Als eigenständige Position im Druck- oder Verlagsbetrieb ist der Korrektor inzwischen selten geworden. Seine Funktion in Formaten wurde dort vom Schlussredakteur übernommen. Heutzutage sind fälschlicherweise viele Menschen der Ansicht, die ursprüngliche Funktion des Korrektors durch Computerprogramme ersetzen zu können.
Dies ist nur insofern richtig, als diese bis zu einem gewissen Grad in der Lage sind, einen Text auf formale Fehler (Rechtschreibung, Zeichensetzung, einfache grammatikalische Konstruktionen) zu überprüfen. Eine stilistische und inhaltliche Prüfung können diese Programme nicht leisten.
Früher war der Korrektor die letzte Person, die das Manuskript vor der Drucklegung prüfte. Ein guter Korrektor korrigierte nicht nur Fehler, sondern überprüfte den Text auch formal. Inhaltliche Änderungen fielen jedoch nicht in seinen Kompetenzbereich.
Mir, der ich selten selbst geschrieben, was ich zum Druck beförderte und, weil ich diktierte, mich dazu verschiedener Hände bedienen mußte, war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig... Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an, sondern darauf, daß die Leser verstehen, was man damit sagen wollte.
Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832), dt. Dichter
Johann Wolfgang von Goethe
(1749-1832), dt. Dichter